Grüne Kappe soll Kurs auf
„Jamaika-Plus“ tarnen
Zum Scheitern der Dreier-Kooperation in Duisburg erklären Brigitte Diesterhöft, Hermann Dierkes und Thomas Keuer für Ratsfraktion und Kreisvorstand:
„Die Kreisversammlung der GRÜNEN hat sich mit 48 : 43 Stimmen gegen die Fortsetzung der Verhandlungen, mit dem Ziel einer Dreier-Kooperation aus SPD, GRÜNEN und LINKEN, entschieden.
Wir bedauern das nicht nur. Die GRÜNE Mehrheit muss sich Folgendes vorwerfen lassen:
- Sie missachtet das Kommunalwahl-Ergebnis vom 30.8.09 und den Wählerauftrag.
Im Rat wäre erstmals seit vielen Jahren wieder eine Gestaltungsmehrheit mit 42 (von 74) Stimmen möglich.
- Sie setzt sich hinweg über die Bilanz der Sondierungsgespräche, die in den vergangenen Wochen geführt wurden. Ergebnis dieser Sondierungen zwischen SPD, GRÜNEN und LINKEN war ein umfangreicher Katalog von kommunalpolitischen Gemeinsamkeiten und Zielsetzungen. Der Katalog ist vom Dreiklang sozial-ökologisch-demokratisch geprägt. Mit ihm zeichnete sich eine tragfähige Grundlage für eine dauerhafte Kooperation ab.
Die GRÜNE Mehrheit verwirft diese mögliche Grundlage jetzt unter dem Generalnenner „wir wollen Grün pur“ und „wir trauen der SPD nicht“! Die GRÜNE Mehrheit muss sich fragen lassen: Was soll denn „Grün pur“ sein im Gegensatz zu den einvernehmlich ausgeloteten Zielen.
Die Floskel „Grün pur“ hat offensichtlich eine doppelte Funktion: Sie soll Balsam für die GRÜNE Seele und die politische Spaltung des GRÜNEN Kreisverbandes sein. Und sie soll den Kurs bemänteln, der in Wahrheit verfolgt wird. „Grün pur“ ist die Tarnkappe, um „Jamaika-Plus“ (CDU, GRÜNE, FDP und DWG) anzusteuern.

(Foto: anim.GIF: Nationalflaggen.de)
Die Mehrheitsvertreter der GRÜNEN hatten in den Sondierungsgesprächen keinen Hehl daraus gemacht, dass sie die größten Probleme mit den von uns geforderten Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und einer entsprechend veränderten Haushaltspolitik haben:
Von Sozialpass mit Sozialticket, Neuaufstellung der ARGE, erhöhte Übernahme der Kosten der Unterkunft (KdU) für Hartz IV-Empfänger.
Der GRÜNE Mehrheitskurs dürfte sich schon in der anstehenden Haushaltsdebatte zeigen. „Jamaika-Plus“ hätte zusammen mit dem OB eine hauchdünne Mehrheit von 38 Stimmen im Rat. Die Stimmen der FDP sind aber sehr wahrscheinlich nur zu bekommen, wenn ihre zentralen politischen Forderungen erfüllt werden – vor allem die weitere Privatisierung von öffentlichem Eigentum und öffentlichen Dienstleistungen.
DIE LINKE fordert die SPD auf, kein Bündnis mit der CDU einzugehen. Mit der CDU sind die in den Sondierungsgesprächen als richtig und notwendig erkannten Zielvorstellungen nicht zu realisieren. Auch die SPD würde sich mit einem solchen Schritt unglaubwürdig machen.
Die Duisburger LINKE und ihre MandatsträgerInnen werden ihren Kampf für soziale Gerechtigkeit, moderne Stadtentwicklung, kommunale Demokratie und konsequenten Umweltschutz unbeirrt fortsetzen. Wir werden den Kampf um kommunale Entschuldung durch Bund und Land verstärken.“